Die Wanderratte (Rattus norvegicus) hat sich perfekt an das Leben in menschlicher Nähe angepasst. Trotz strenger Hygienevorschriften und städtischer Infrastruktur bleibt sie eine Herausforderung für den Gesundheitsschutz.
Ratten sind hochintelligente, soziale Tiere, die in komplexen Gruppenstrukturen leben. In Deutschland sind sie nahezu flächendeckend verbreitet. Ihr Erfolg als Spezies gründet sich auf:
Hohe Anpassungsfähigkeit: Sie finden Nahrung und Unterschlupf in der Kanalisation, in Kellern, Lagerhallen und sogar in gut isolierten Gebäuden.
Enorme Vermehrungsrate: Ein einziges Weibchen kann unter günstigen Bedingungen jährlich bis zu 60 Nachkommen produzieren.
Allesfresser: Ratten sind bei ihrer Nahrungssuche nicht wählerisch – Abfälle, Lebensmittelvorräte oder Futtermittel sind für sie gleichermaßen attraktiv.
Warum Ratten ein Risiko darstellen:
Das Zusammenleben von Mensch und Ratte birgt erhebliche Gefahren. Ratten können Krankheitserreger übertragen, ohne selbst daran zu erkranken:
Gesundheitsgefahr: Sie können lebensgefährliche Krankheiten wie Salmonellose, Weil-Krankheit (Leptospirose) oder verschiedene Parasiten (Flöhe, Zecken) auf Menschen und Haustiere übertragen.
Materielle Schäden: Ratten besitzen ein stetig wachsendes Gebiss. Um dieses abzunutzen, nagen sie an allem: Holz, Mauerwerk, Kunststoffrohren und vor allem an Elektrokabeln. Dies führt nicht nur zu massiven Sachschäden, sondern ist eine häufige Ursache für Kabelbrände.
Verunreinigung: Durch ihren Urin und Kot kontaminieren sie Lebensmittelvorräte und Lagerflächen, was in der Lebensmittelindustrie zu enormen wirtschaftlichen Verlusten führen kann.
Der Ablauf einer professionellen Bekämpfung:
Eine erfolgreiche Bekämpfung ist weit mehr als das einfache Aufstellen von Fallen. Sie erfolgt nach einem strukturierten Plan:
Inspektion: Das betroffene Areal wird genau untersucht. Wo sind die Laufwege? Wo befinden sich die Eingänge und Nistplätze?
Beseitigung von Nahrungsquellen: Der erste Schritt der Bekämpfung ist die Entziehung der Lebensgrundlage. Müllbehälter müssen gesichert, Futterstellen beseitigt und bauliche Mängel (offene Durchlässe in Wänden oder Rohren) abgedichtet werden.
Einsatz von Bekämpfungsmitteln: Wir setzen nur zertifizierte Wirkstoffe ein, die fachmännisch in gesicherten Köderstationen platziert werden. Dies stellt sicher, dass Haustiere oder Kinder nicht gefährdet werden.
Erfolgskontrolle: Die Köderstellen werden regelmäßig geprüft. Erst wenn keine Fraßaktivitäten mehr feststellbar sind und die Population sicher entfernt wurde, gilt der Befall als getilgt.