Zu den beiden gängigen Schädlingen gehören die deutsche und die orientalische Schabe.
Obwohl sie „Deutsche Schabe“ genannt wird, ist sie weltweit verbreitet. In Deutschland zählt sie zu den bedeutendsten Hygieneschädlingen in Wohnungen, Gastronomiebetrieben und lebensmittelverarbeitenden Unternehmen.
Lebensweise und Verbreitung
Die Deutsche Schabe ist ein dämmerungs- und nachtaktives Insekt, das Wärme und hohe Luftfeuchtigkeit bevorzugt.
Bevorzugte Lebensräume: Aufgrund ihrer Bedürfnisse findet man sie häufig in der Nähe von Wärmequellen, wie hinter Kühlschränken, in Elektrogeräten, in der Nähe von Heizungsrohren oder in Küchenspalten.
Vermehrung: Ein Weibchen trägt ein Eipaket (Oothek) mit bis zu 40 Eiern bis kurz vor dem Schlüpfen mit sich herum. Dies sowie ihre hohe Widerstandsfähigkeit machen eine unbemerkte Ausbreitung extrem schnell möglich.
Verbreitung: Sie werden meist passiv durch den Menschen eingeschleppt – beispielsweise über Lieferungen, Warenverpackungen, gebrauchte Elektrogeräte oder Reisegepäck.
Gefahren durch einen Befall
Ein Befall mit Deutschen Schaben ist nicht nur ein kosmetisches oder psychologisches Problem, sondern stellt ein ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko dar:
Krankheitsübertragung: Als „Mechanische Überträger“ können sie zahlreiche Krankheitserreger wie Salmonellen, Tuberkulose, Ruhr, Milzbrand oder verschiedene Wurmeier über ihre Körperoberfläche und ihren Kot verbreiten.
Allergiepotenzial: Schaben hinterlassen Kot, Häutungsreste und Sekrete, die bei empfindlichen Personen schwere Allergien, Asthma oder Hautreizungen auslösen können.
Kontamination: Durch den Befall von Lebensmitteln und Produktionsflächen entstehen enorme wirtschaftliche Schäden, da kontaminierte Waren vernichtet werden müssen.
Ablauf einer professionellen Bekämpfung
Aufgrund ihrer schnellen Vermehrung und der Fähigkeit, sich in kleinsten Ritzen zu verstecken, ist eine Bekämpfung durch Laien mittels Drogerie-Sprays meist zum Scheitern verurteilt. Ein Profi setzt auf gezielte Methoden:
Befallsanalyse: Zunächst wird das Ausmaß des Befalls mittels Klebefallen ermittelt, um die Schwerpunkte der Population zu identifizieren.
Identifikation der Ursachen: Die Beseitigung von Nahrungsquellen, das Abdichten von Schlupfwinkeln (Ritzen in Fliesen, Wanddurchbrüche) und die Verbesserung der Hygiene sind essenzielle Begleitmaßnahmen.
Anwendung von Fraßgelen: Heute arbeitet man primär mit speziellen Fraßgelen. Diese werden punktuell an den Verstecken ausgebracht. Die Schaben fressen das Gel, kehren in ihre Nester zurück und geben den Wirkstoff über den Kot an den Rest der Population weiter (Kaskadeneffekt).
Nachkontrolle: Da oft noch Eipakete vorhanden sind, ist eine zweite Behandlung nach einem gewissen Zeitraum zwingend erforderlich, um neu geschlüpfte Larven abzutöten.
Im Vergleich zur Deutschen Schabe unterscheidet sich die Orientalische Schabe (Blatta orientalis) deutlich in ihrem bevorzugten Lebensraum und ihrem Erscheinungsbild. Sie ist in Deutschland zwar weniger häufig in Wohnungen anzutreffen, kann aber in Kellern und öffentlichen Gebäuden zu einer hartnäckigen Plage werden.
Lebensweise und Verbreitung
Die Orientalische Schabe bevorzugt im Gegensatz zu anderen Arten kühlere und vor allem sehr feuchte Umgebungen.
Bevorzugte Lebensräume: Man findet sie häufig in dunklen, feuchten Bereichen wie Kellern, Kanalsystemen, Versorgungsschächten, Müllräumen und in der Nähe von Abflüssen.
Merkmale: Sie ist dunkelbraun bis schwarz glänzend und deutlich größer als die Deutsche Schabe. Während die Männchen kurze Flügel haben, sind die Weibchen nahezu flügellos.
Aktivität: Sie ist ebenfalls nachtaktiv und bevorzugt Temperaturen zwischen 20 °C und 25 °C. In beheizten Gebäuden kann sie sich jedoch das ganze Jahr über erfolgreich vermehren.
Gefahren durch einen Befall
Da diese Schabenart oft aus der Kanalisation in Gebäude gelangt, ist das gesundheitliche Risiko besonders hoch:
Übertragung von Krankheitserregern: Da sie sich bevorzugt in Abwasserkanälen aufhält, kann sie pathogene Keime, Bakterien (wie Salmonellen oder E. coli), Viren und Schimmelpilze direkt aus der Kanalisation in Wohn- und Lagerbereiche verschleppen.
Kontamination: Durch ihre Laufwege über Lebensmittelvorräte und Arbeitsflächen verunreinigt sie diese mit Kot, Erbrochenem und Sekreten, was den gesamten Bestand ungenießbar macht.
Psychologische Belastung: Allein die Anwesenheit der großen, dunkel gefärbten Insekten wird von vielen Menschen als äußerst ekelerregend empfunden und kann zu einer erheblichen psychischen Belastung führen.
Ablauf der professionellen Bekämpfung
Die Bekämpfung der Orientalischen Schabe erfordert ein grundlegendes Verständnis ihrer Laufwege, da sie oft „von unten“ (aus der Kanalisation) eindringt:
Ursachenforschung: Der Fokus liegt hier verstärkt auf dem Verschluss von baulichen Zugängen. Rohrleitungen, Bodeneinläufe und Schächte müssen auf Durchlässe geprüft werden, durch die die Tiere aus dem Kanalsystem in das Gebäude gelangen können.
Monitoring: Der Befall wird durch Klebefallen oder Köderstationen überwacht, um die Haupteinfallstore zu identifizieren.
Bekämpfung: Auch hier kommen moderne Wirkstoffe in Form von Gel-Ködern zum Einsatz. Diese sind geruchlos und sicher in der Anwendung. Aufgrund des oft versteckten Lebensraums in schwer zugänglichen Leitungsschächten ist jedoch eine gründliche und fachmännische Applikation entscheidend.
Sanierung der Umgebung: Da die Tiere Feuchtigkeit suchen, ist die Trockenlegung von feuchten Kellerbereichen eine essenzielle präventive Maßnahme, um das Gebäude für Schaben langfristig unattraktiv zu machen.
Präventionstipps
Abflüsse sichern: Achten Sie darauf, dass Bodenabläufe in Kellern oder Waschküchen mit engmaschigen Sieben versehen sind oder regelmäßig mit Wasser befüllt werden, um ein Austrocknen des Siphons zu verhindern (ein trockener Siphon ist ein offenes Tor für Schaben).
Keller trocken halten: Verwenden Sie bei Bedarf Luftentfeuchter in feuchten Kellerräumen.
Keine Kriechwege lassen: Dichten Sie Durchbrüche von Rohren durch Wände und Decken mit geeignetem Material (z. B. speziellen Brandschutz- oder Dichtungsmassen) ab.