Der Steinmarder hat sich in den letzten Jahrzehnten immer stärker in den menschlichen Siedlungsraum integriert. Während er in der Natur als geschickter Jäger lebt, sucht er in der Nähe des Menschen gezielt Schutz und Wärme – was oft zu Konflikten führt.
In Deutschland ist der Steinmarder flächendeckend verbreitet. Er ist ein Einzelgänger und territorial veranlagt.
Lebensräume: Er bevorzugt Dachböden, Scheunen oder Garagen als Schlafplatz und „Kinderstube“. Sein Revier umfasst oft mehrere Gebäude, die er in festen Routen regelmäßig kontrolliert.
Verhalten: Marder sind dämmerungs- und nachtaktiv. Da sie sehr geschickte Kletterer sind, überwinden sie Fassaden, Fallrohre und sogar glatte Wände mit Leichtigkeit.
Ein Marder im oder am Haus verursacht meist zwei Arten von Problemen:
Zerstörung der Gebäudesubstanz: Marder lieben es, sich durch Dämmmaterialien zu beißen, um sich in den Hohlräumen zwischen Dachschrägen und Sparren ein Nest zu bauen. Dies führt zu massiven Schäden an der Wärmeisolierung und kann durch eindringende Feuchtigkeit teure Folgeschäden an der Dachkonstruktion nach sich ziehen.
Der "Automarder": Legendär ist das Zerbeißen von Schläuchen, Kabeln und Gummimanschetten im Motorraum von Fahrzeugen. Dies ist oft kein reiner Spieltrieb, sondern eine Reaktion auf Revierstreitigkeiten (der Marder reagiert aggressiv auf den Duft eines Artgenossen, der zuvor das Auto markiert hat).
Hygiene-Probleme: Wie auch beim Waschbären legen Marder feste Kotstellen („Latrinen“) an, die mit der Zeit unangenehm riechen und hygienisch bedenklich sind.
Auch beim Marder gilt: Er ist ein Wildtier und unterliegt dem Jagdrecht. Eine Bekämpfung ist daher rechtlich streng reglementiert und darf niemals eine Tötung zum Ziel haben. Der Fokus liegt auf der nachhaltigen Vertreibung und dem Ausschluss.
Befallsanalyse: Wir lokalisieren die Ein- und Ausstiegsstellen am Gebäude. Oft sind dies kleinste Öffnungen am Dachansatz oder unter den Dachpfannen.
Vergrämung: Da Marder sehr geruchsempfindlich sind, nutzen wir (nach Absprache) sanfte, aber effektive Vergrämungsmittel oder spezielle Ultraschallgeräte, um dem Tier den Aufenthalt so ungemütlich wie möglich zu machen.
Ausschluss: Sobald sichergestellt ist, dass das Tier den Dachboden verlassen hat, werden alle Zugänge fachgerecht abgedichtet. Hier verwenden wir robuste Materialien (wie Lochbleche oder spezielle Drahtgeflechte), da einfaches Holz oder Schaumstoff vom Marder problemlos wieder aufgenagt wird.
Prävention: Wir beraten Sie, wie Sie Ihr Haus für Marder „uninteressant“ machen können, beispielsweise durch das Kürzen von überhängenden Ästen oder die Sicherung von Müll- und Katzenfutterstellen.
Ein Marder, der erst einmal das Dach für sich entdeckt hat, wird es so schnell nicht aufgeben.
Keine Hausmittel: Experimente mit Hundehaaren oder Klosteinen führen selten zum dauerhaften Erfolg, da sich der Marder schnell daran gewöhnt.
Schnell handeln: Je länger ein Marder auf dem Dachboden verweilt, desto mehr vertrauter wird ihm der Ort. Ein frühzeitiges Abdichten der Zugänge nach einer professionellen Vergrämung spart langfristig hohe Sanierungskosten für die Dachdämmung.